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Burundi
ALLGEMEINES
Über den internationalen Flughafen können Reisende die Hauptstadt Bujumbura erreichen, in deren Ballungsgebiet fast eine Million Einwohner leben. Die Stadt ist das Verwaltungs- und Industriezentrum Burundis, verfügt über wichtige Bildungsinstitutionen und einen bedeutenden Hafen. Aus der deutschen Kolonialzeit sind einige Relikte erhalten geblieben, so unter anderem das Postmaster's House. Einige Museen und kulturelle Einrichtungen - wie das Islamische Zentrum – zählen ebenfalls zu den touristischen Highlights Bujumburas. Der traditionellen Vergangenheit des Landes lässt sich auch im Freilichtmuseum nachspüren. Die reizvollste Attraktion Burundis befindet sich in unmittelbarer Nähe: Der Tanganjikasee! Er ist das zweittiefste Gewässer auf dem gesamten afrikanischen Kontinent und zugleich einer der ältesten Seen der Erde.
LAGE
Burundi liegt am Nordzipfel des Tanganjika-Sees, der zusammen mit der schmalen Flussebene des Ruzizi das Land im Westen begrenzt. Das Landesinnere besteht aus Hochland, das im Osten nach Tansania und zum Tal des Malagarasi hin abfällt. Die Landschaft ist hügelig und mit Eukalyptusbäumen, Bananenfeldern, Acker- und Weideland bedeckt. Im Osten geht die fruchtbare Landschaft in Savanne über.
GESCHICHTE
Burundi erfuhr seine früheste Besiedlung bereits weit in vorchristlicher Zeit durch unterschiedlichste Pygmäen-Stämme, darunter vor allem die Twa. Zwar fehlen genaue schriftliche Zeugnisse, doch wird angenommen, dass die Stämme der Twa ab dem 7. Jahrhundert n.Chr. zunächst vom Bantu-Volk der Hutu verdrängt wurden, welche von Norden her in die Region einwanderten.
Im 15. und 16. Jahrhundert folgten ihnen schließlich die Tutsi, ein kriegerisches Hirtenvolk aus dem heutigen Äthiopien und Ägypten. Über die ethnischen Unterschiede zwischen Hutu und Tutsi und der angeblichen, obgleich nicht zahlenmäßigen Überlegenheit des letzt genannten Volkes gab und gibt es noch immer abweichende Forschungsmeinungen. Fest steht, dass die Tutsi nach der Unterwerfung der einheimischen Bevölkerung im 17. Jahrhundert das Königreich Burundi begründeten. Im Jahre 1890 wurde das Land gemeinsam mit dem heutigen Tansania und Ruanda der Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ zugeschlagen.
Im 1. Weltkrieg besetzten belgische Verbände die Region und auch nach Kriegsende verblieb das Protektorat Ruanda-Urundi im Rahmen eines Völkerbundmandats in der Hand Belgiens. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges UN-Treuhandgebiet, wurden die Entkolonisation Burundis und die Trennung vom Nachbarland Ruanda vorbereitet. Der Gewährung einer inneren Selbstverwaltung 1961 folgte schließlich ein Jahr später die Entlassung in die vollständige staatliche Souveränität. Nach instabilen politischen Verhältnissen, getragen von Grenzstreitigkeiten und dem ethnischen Konflikt zwischen den beiden Volksgruppen Hutu und Tutsi, gelangte nach einem Militärputsch 1966 Michel Micombero an die Macht. Nach Ausrufung der Republik regierte der neue Staats- und Regierungschef auf Grundlage der Einheitspartei UPRONA (Union pour le Progrès National). Der wachsenden Dominanz der Tutsi stand fortan die Verfolgung und Verdrängung der Hutu gegenüber: Mehrere Putschversuche derselben, unter anderem 1969 und 1972, wurden blutig niedergeschlagen und endeten in der Ermordung und Vertreibung hunderttausender Hutus.
Nach dem gewaltsamen Sturz Micomberos übernahm im Jahre 1976 schließlich Oberstleutnant Jean-Baptiste Bagaza die Regierungsverantwortung. Unter seiner Führung wurden einerseits nicht nur viele infrastrukturelle Maßnahmen durchgeführt, sondern vor allem eine allmähliche Entspannung der ethnischen Konflikte zwischen den Hutu und Tutsi erreicht. Andererseits brachte sein Konfrontationskurs gegenüber der Kirche neue Schwierigkeiten für den kleinen afrikanischen Staat. 1987 wurde Bagaza in einem unblutigen Militärputsch seines Amtes enthoben. Bereits ein Jahr später flammten die ethnischen Spannungen erneut auf, es kam zu blutigen Niederschlagungen von Hutu-Aufständen im Norden Burundis, wieder mit tausenden Toten und Flüchtlingsströmen in die Nachbarstaaten.
In den folgenden Jahren unternahm die Regierung zahlreiche Versuche zur schrittweisen Demokratisierung des Landes, unter anderem durch Zulassung von Oppositionsparteien und verfassungsmäßig garantierten Rechten. Doch schon kurz nach den Präsidentschaftswahlen 1993, die mit Melchior Ndadaye ein Hutu-Politiker gewinnen konnte, folgte eine neue Welle der Gewalt: Der Präsident fiel einem blutigen Militärputsch zum Opfer, ethnische Massaker führten zu hunderttausenden Toten und Flüchtlingen. Die Eskalation dauerte auch nach der Wahl des früheren Machthabers Buyoya im Jahre 1996 weiter an. Erst nach zahlreichen Vermittlungsversuchen und Verhandlungen konnte 2003 der Friedensprozess zwischen den Hutu-Rebellen und der Regierung allmählich forciert werden, maßgeblich unterstützt durch afrikanische und internationale Truppen der UN. Nach Annahme einer neuen Verfassung und erfolgreich durchgeführten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen wurden die stationierten internationalen Truppen seit 2005 stetig reduziert.
KLIMA
Heißes Äquatorialklima am Tanganjika-See und in der Flußebene des Ruzizi. Am See ist es oft windig, im Hochland mild und angenehm mit Durchschnittstemperaturen um 18°C (1000-2000 m). Kurze Regenzeit von Oktober bis Dezember, lange Regenzeit von Februar bis Mai. Lange Trockenzeit von Mai bis Oktober.
WÄHRUNG
Landeswährung ist der 1 Burundi Franc, unterteilt in 100 Centimes. Fremdwährungen können am Flughafen, in den Banken in Bujumbura und in großen Hotels umgetauscht werden. Kreditkarten wie Diners Club, American Express und MasterCard werden vereinzelt in größeren Hotels akzeptiert (bei Buchung erfragen).
Reiseschecks sollten in US-Dollar oder Euro ausgestellt sein.
ETWAS LITERATUR
Inmitten der grünen Hügel Afrikas liegt Bujumbura. Hier arbeitet die Amerikanerin Anne seit zwei Jahren für eine Menschenrechtsorganisation. Als sie Jean-Pierre trifft, den burundischen Prinzen und Regierungsbeamten, fegt die Liebe alle Unterschiede zwischen ihnen hinweg. Doch dann bricht in Burundi ein Bürgerkrieg aus, und Annes Mutter erkrankt. Von zwei Kontinenten aus kämpfen die Liebenden verzweifelt um eine gemeinsame Zukunft. Werden ihre Gefühle diese Probe überstehen?
Sarah Stone, Eine Liebe in Afrika, Oktober 2004
REISEINFOS
Von Reisen nach Burundi sollte derzeit in jedem Fall Abstand genommen werden. Die instabile politische Lage kann jederzeit zu neuen Eskalationen führen. Neben Rebellenaktivitäten gilt die hohe Kriminalitätsrate, insbesondere in Bezug auf Diebstähle und Raubüberfälle, als ständige Gefahrenquelle für Touristen.
Die Zugänglichkeit vieler Landesregionen durch die mangelhaft ausgebaute touristische Infrastruktur stark beeinträchtigt.
Die wirtschaftliche Lage ist desolat, maßgeblich getragen von den Folgen des jahrelangen Bürgerkriegs, innenpolitischer Instabilität und ethnischen Spannungen zwischen den Hutu und Tutsi. Die Rückkehr und Integration der vertriebenen Flüchtlinge stellt eine zusätzliche Problematik dar. Ein Großteil der Bevölkerung Burundis lebt unterhalb der Armutsgrenze, zudem ist das Land häufig von Naturkatastrophen und Mißernten betroffen. Die auftretenden Hungersnöte sind aufgrund der deutlichen Überbevölkerung kaum zu kompensieren.
Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber wird von allen Reisenden verlangt. Burundi gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten.
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera ist normalerweise keine Einreisebedingung. Das Risiko einer Infektion besteht, v.a. in den Provinzen Bubamza, Bujumbura, Bururi und Citiboke. In Das Infektionsrisiko ist für Touristen jedoch relativ gering. Sicherheitshalber, sollte man eine sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene anwenden. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.
Hohes Malariarisiko ganzjährig landesweit. Die vorherrschende gefährlichere Form Plasmodium falciparum (85 %) soll chloroquinresistent sein.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten wie z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen, die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden.
VISUM und EINREISEBEDINGUNGEN
Zur Einreise nach Burundi besteht für Staatsbürger der Europäischen Gemeinschaft, Schweizer und die Angehörigen der meisten der restlichen europäischen Länder Visumpflicht.
Botschaft für Deutschland:
Berlin 0234 56 70
www.burundi-embassy-berlin.com
Botschaft für Österreich:
zuständig Botschaft Berlin
Botschaft / Konsulat für Schweiz:
Genf 022 – 732 77 05
mission.burundi
bluewin.ch

Alex Capus