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Bulgarien

BULGARIEN

ALLGEMEINES

Bulgarien Bulgarien bietet Gegensätze und einen Reichtum an Erlebnissen, der eine Reise in das Land zum Erlebnis macht. Tradition und Moderne treffen in Bulgarien an jeder Ecke aufeinander. Einen Esel auf der Autobahn überholen – das kann man hier noch erleben. In der Hauptstadt Sofia sind römische Festungsanlagen in ein modernes Einkaufszentrum integriert. Auf dem Land finden sich in den Stadtkernen viele kleine, alte Häuser, während etwas außerhalb Luxusvillen stehen. Alt und neu, arm und reich – diese Gegensätze prägen Bulgariens Erscheinungsbild und machen das Land so einzigartig und abwechslungsreich.
Die Natur bietet ebenso viele Kontraste: steile bis sanfte Gebirgshügel, heiße Quellen und türkisblauen Seen, eine facettenreiche Küste und eine Vielfalt an Tieren und Pflanzen.
Ob Sie am Schwarzen Meer in der Sonne liegen, eine Wandertour durch die Wälder und Gebirge machen oder einige Tage in der quirligen Hauptstadt verbringen wollen, Bulgarien bietet etwas für jeden Geschmack.

LAGE

Die Republik Bulgarien liegt im Osten der Balkanhalbinsel. Bulgarien grenzt im Norden an Rumänien, im Westen an Serbien und Mazedonien, im Süden an Griechenland und die Türkei. Im Osten bildet das Schwarze Meer die natürliche Grenze. Hauptstadt und Regierungssitz der Republik Bulgarien ist Sofia. Weitere bedeutende wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentren sind die Städte Plowdiw, Warna, Burgas, Russe und Stara Sagora.
Das Territorium Bulgariens besteht zu zwei Dritteln aus den Tiefebenen, die durch die Flüsse Donau und Mariza mit ihren zahlreichen Nebenflüssen gebildet werden. Dazu wird es durch zwei große Gebirgsketten markiert: das Balkangebirge (bulg. Стара Планина/Stara planina = Altes Gebirge) und die Rhodopen. Die höchsten Erhebungen des Balkangebirges sind der Berg Botew (2376 m) und der Tschumerna (1536 m). Die nördlich des Balkangebirges gelegene Donautiefebene wird durch die Donau begrenzt, die hier die Staatsgrenze zu Rumänien darstellt. In ihr liegen die Städte Plewen, Razgrad, Russe und Schumen sowie Warna am Schwarzen Meer. Südlich des Balkangebirges erstreckt sich die Oberthrakische Tiefebene, auch Maritza-Ebene genannt. In diesem Mittelbulgarischen Becken finden sich die Städte Plowdiw und Stara Sagora sowie Burgas am Schwarzen Meer. Diese Ebene wird im Westen und im Süden durch die Rhodopen, sowie die Gebirge Sakar und Strandscha im Süden begrenzt. Die höchste Erhebung der Rhodopen ist der Berg Großer Perelik (2.191 m). Im Südwesten des Landes befinden sich mit dem Rila- und dem Pirin-Gebirge zwei weitere Hochgebirge mit Gipfeln zwischen 2000 und 3000 Metern Höhe, wobei der Berg Musala (2.925 m) der höchste auf der gesamten Balkanhalbinsel ist. Bulgarien verfügt über drei National-, (Rila, Zentrales Balkangebirge und Pirin), elf Naturparks und 55 Naturreservate.

GESCHICHTE

Unter den Nachfolgern Asparuhs dehnten Khan Tervel, Khan Kardam, Khan Krum und Khan Omurtag Bulgarien nach Westen und Nordosten aus und schlossen das heutige Rumänien, Moldavien und Teile der südlichen Ukraine bis zum Dnjestr ein. Das zentrale Makedonien und der südliche Teil Albaniens wurden auch Teil des Staatsgebietes. Im 9. Jhd. wurde Bulgarien die führende politische und militärische Macht im südöstlichen Europa.
In der Mitte dieses Jahrhundert lag Bulgarien zwischen den beiden großen christlichen Reichen - dem fränkischen Staat Karls des Großen im Westen und Byzanz im Osten. Knjaz Boris I. (852-889) führte 865 das Christentum als Staatsreligion in Bulgarien ein. Nach der Annahme des Christentums führte Knjaz Boris eine unabhängige bulgarische Kirche mit slawischen Priestern ein. Zu diesen gehörten auch die Mönche Kyrill und Methodius, die 855 das slawische Alphabet aus der Taufe hoben. Unter der Herrschaft von Knjaz Boris' Sohn, Zars Simeon des Großen von 893 bis 927, erreichte Bulgarien den Zenit seiner politischen, ökonomischen, territorialen und militärischen Macht. Simeon setzte die Anstrengungen seines Vaters fort, eine unabhängige Kirche durch die Einrichtung eines bulgarischen Patriarchats zu begründen. Byzanz erkannte Simeons Titel als Zar von Bulgarien an und zahlte seinem mächtigen Nachbarn für mehr als 50 Jahre Tribut.
Das späte 9. und frühe 10. Jhd. stand im Zeichen einer neuen slawisch-christlichen Zivilisation, die auf dem slawischen Alphabet und seiner Literatur aufbaute. Die Herrschaft Zar Simeons ging als das Goldene Zeitalter der bulgarischen Literatur in die Geschichte ein. Kaum geringer waren die Leistungen in den anderen Sparten der Kultur, besonders in der Architektur. In der neuen Hauptstadt Preslav entstanden prächtige Paläste und Kirchen.
Im frühen 18. Jhd. begann sich eine Bewegung zur nationalen Wiederbelebung in Bulgarien zu entwickeln. Diese mußte unter den Bedingungen der türkischen Beherrschung arbeiten und zielte auf die nationale Befreiung Bulgariens ab. Eine der herausragenden Persönlichkeiten der Nationalen Befreiungsbewegung in Bulgarien war Paisij von Hilendar, ein Mönch aus den Klöstern Zograph und Hilendar vom Heiligen Berg Athos in Griechenland, der 1762 ein Buch über die slawisch-bulgarische Geschichte verfaßte. In ihm berichtete er mit einem Gefühl nationalen Stolzes über die herrliche Vergangenheit Bulgariens als unabhängiger Staat. Zur gleichen Zeit enthüllte er die schwierige Situation der Menschen unter der Herrschaft der türkischen Eroberer und des Patriarchats von Konstantinopel. Paisij von Hilendar definierte die Ziele der nationalen Wiederbelebung: eine unabhängige bulgarische Kirche und die nationale Befreiung.
Die slawisch-bulgarische Geschichte von Paisij von Hilendar hatte eine mächtige Auswirkung auf die Bulgaren. Man verstärkte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Kampf für eine unabhängige bulgarische Kirche, als viele Priester es ablehnten, den griechischen Bischöfen zu gehorchen, die vom Patriarchat in Konstantinopel für die bulgarischen Städte ernannt worden waren. In vielen Kirchen wurde der Gottesdienst nun auf Bulgarisch statt auf Griechisch abgehalten. Schließlich erfüllte die türkische Zentralmacht einen der Wünsche der Bulgaren und beugte sich der Forderung nach Unabhängigkeit für die bulgarische Kirche. Im Februar 1870 wurde ein Dekret zur Einrichtung eines unabhängigen bulgarischen Exarchats erlassen. Das Exarchat schloß die Diözesen mit vorwiegend bulgarischer Bevölkerung ein. Auf diese Art erreichten die Bulgaren die nationale Vereinigung vor der politischen Befreiung, innerhalb des Gerüstes des bulgarischen Exarchats.

KLIMA

Bulgarien wird von einem gemäßigten, kontinentalen Klima bestimmt. Lediglich in den südlichen Landesteilen und an der Schwarzmeerküste ist ein Übergang zum mediterranen Klima zu spüren. Die Donautiefebene ist dagegen eher vom europäischen Kontinentalklima geprägt. Dieser Unterschied ist auf das Balkangebirge zurückzuführen, das quer von West nach Ost durch Bulgarien verläuft und so eine markante Wetterschneide bildet.
Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Juli zwischen 23 und 25 Grad Celsius, südlich des Balkan-Gebirges erreichen die Temperaturen etwa 28°C. Aber auch an der Donau sind heiße Sommer mit über 30 Grad Celsius sind nicht ungewöhnlich, im Winter können die Temperaturen auf bis zu -7 °C fallen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 10,5 Grad Celsius. Als niedrigste jemals registrierte Temperatur wurden 1947 -38,3 Grad Celsius gemessen. Das andere Extrem wurde im Sommer des Jahres 1916 in dem Dorf Sadovo mit einer Temperatur von 45,3 °C gemessen. In Sofia steigen die Temperaturen im Juli und August auf Werte von 28 Grad, im Januar gehen sie auf Werte um 3 Grad zurück.
Die regenreichsten Monate sind Mai, Oktober und November. In den Gebirgen kann dabei auch schon mal mehr als die durchschnittliche Niederschlagsmenge von 1000mm pro Jahr fallen, am Schwarzen Meer ist es meist jedoch nur ein Drittel dessen.
Als Reiseziel eignet sich Bulgarien ganzjährig. Kulturliebhaber, die das Hinterland erkunden möchten, sollte den milden Spätfrühling wählen. Wer an Bulgariens Stränden, z. B. am Sonnenstrand oder Goldstrand baden möchte, sollte sich für einen Zeitraum zwischen Mai und Oktober entscheiden. Aktiv-Urlauber bevorzugen den Spätsommer und den Herbst, wenn Bulgariens Wälder bunt leuchten und die Temperaturen zum Wandern und Mountainbiken ideal sind. Im Winter kommen Skiurlauber auf ihre Kosten.

WÄHRUNG

Die Währungseinheit ist der Lew. Ein Lew ist in 100 Stotinki (Einzahl: Stotinka) unterteilt. 1 Lew entspricht etwa 0,51 €. Es gibt auch Münzen mit kleineren Werten.
Ausländische Währungen können an Flughäfen, in Banken, Wechselstuben und Hotels umgetauscht werden. Vom schwarzen Umtausch auf der Straße ist eher abzuraten, da hier die Gefahr des Betrugs besteht. 100 Euro (EUR) sind rund 196 Bulgarische Lew (BGN)
Die gängigen internationalen Kreditkarten werden in größeren Hotels, Mietwagen Anbietern, in bestimmten Restaurants und einigen Geschäften akzeptiert.

ETWAS LITERATUR

Die Anfänge der bulgarischen Literatur wurden im 8./9. Jhd. gelegt. Dabei handelte es sich zunächst um Chroniken, Bau- und Grabinschriften bulgarischer Herrscher und Adligen in Griechisch, selten aber auch in der Sprache der Urbulgaren. Die Altbulgarische Literatur wurde in der nach der Christianisierung in 10. Jhd. in Bulgarien entstandenen Kyrillischen Schrift geschrieben.
In Pliska, der Residenz des Fürsten Boris, im westlich gelegenen Ohrid[58] sowie in Weliki Preslaw, wohin Simeon I. die bulgarische Hauptstadt verlegt hatte, waren einige der Schüler der Slawenapostel Kyrill und Method tätig, darunter Kliment von Ohrid, Konstantin von Preslaw, Ioan Exarch und Tschernorizec Hrabar. Der letzte verfasste das auch in Serbien und Russland bekannte Traktat zur Verteidigung der slawischen Schrift „O Pismenach“ (auf Deutsch Über die Buchstaben). Die Regierungszeit von Boris I. und Simeon I. gilt als das „goldene Zeitalter“ der bulgarischen Literatur.
Die Mittelbulgarische Literatur wiederum wurde in Mittelbulgarisch (Kirchenslawisch) verfasst. In dieser Zeit wurden Apokryphen, Lebensbeschreibungen, Geschichtschroniken aus dem Griechischen ins Mittelbulgarische übersetzt. Eine zweite Blütezeit erlebte die bulgarische Literatur während des 13. und 14. Jahrhunderts mit einem in der Nähe von Tarnowo 1350 gegründetes Kloster als Zentrum. Zu dieser Schule zählten unter anderem der Mönch Kiprian, Grigorij Camblak und Konstantin Kostenezki, die nach der Eroberung Bulgariens die formalen Prinzipien der bulgarischen Literatur auch in Gebiete der heutigen Staaten Russland, Rumänien und Serbien brachten.
Einige der wichtigste Autoren während der Zeit der osmanischen Herrschaft waren Wladislaw Gramatik, Païssi von Hilandar, Sophronius von Wraza, die Brüder Miladinowi deren Werke vor allem durch die Suche nach der bulgarischen Identität gekennzeichnet waren. Im 18. Jahrhundert bildeten sich zwei Genres heraus, die Histographie und die Autobiographie. Im Zuge der bulgarischen Wiedergeburt erreichte die bulgarische Literatur einen weiteren Höhepunkt. Die patriotischen Gedichte der Revolutionäre wie Christo Botew, Ljuben Karawelow und die Werke von Jordan Jowkow und dem Patriarchen der bulgarischen Literatur Iwan Wasow haben die Zeit des Kampfes für ein freies Bulgarien und die Zeit danach maßgeblich geprägt. Die Memoirenliteratur wiederum gelangte in den Werken von Sachari Stojanow und Simeon Radew zu ihrer Blüte.

REISEINFO

Die Gesellschaften Balkan Air, Bulgarian Airlines sowie private bulgarische Fluggesellschaften und eine Reihe von ausländischen Fluggesellschaften bedienen die vier bulgarischen internationalen Flughäfen in Burgas, Plowdiw, Sofia und Warna.
Es lohnt sich, nach günstigen Charterflügen nach Varna oder Burgas zu suchen, teilweise gibt es Hinflug und Rückflug für 100 Euro. Nach Sofia kann man von den meisten großen Flughäfen in Deutschland starten, etwa von Berlin Tegel, Düsseldorf, Köln/Bonn und Frankfurt.
Mit der Eisenbahn: Bulgarien liegt an der Strecke wichtiger interkontinentaler Eisenbahnverbindungen. Es bestehen internationale Bahnverbindungen von den meisten europäischen Ländern nach Sofia.
Mit dem Auto: Die Einreise in Bulgarien ist mit dem Auto durch einen der zahlreichen Straßen-Grenzübergänge des Landes möglich. Die nationalen Führerscheine sind in Bulgarien gültig. Es empfiehlt sich zu Hause oder an der Grenze eine Versicherung abzuschließen, die Bulgarien einbezieht.

VISUM und EINREISEBESTIMMUNGEN

Bulgarien Reisende mit deutscher, österreichischer und schweizer  Staatsangehörigkeit benötigen für die Einreise lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Die Beantragung eines Visums ist in keinem Fall erforderlich. Einreise mit anderen Dokumenten ist jedoch nicht möglich. Kinder bis zu 16 Jahren benötigen einen Kinderausweis oder Reisepass, ein Eintrag in einem Pass der Eltern reicht nicht aus.
Inhaber von Reisedokumenten für andere Staatsangehörige benötigen jedoch auch für kurze Aufenthalte in Bulgarien ein Visum.
Die Visa werden von den bulgarischen diplomatischen Auslandsvertretungen oder an den Grenzübergangspunkten - gegen eine höhere Gebühr - erteilt. Bürger anderer Länder, die eine Pauschalreise durch lizenzierte Veranstalter oder Reisebüros gebucht haben, reisen nach Bulgarien visumfrei.
Wer mehr als 10.000 Euro mit nach Bulgarien einführen oder ausführen möchte, muss dies der bulgarischen Zollbehörde mitteilen. Entsprechende Formulare sind beim Zoll u.a. in deutscher Sprache erhältlich.
Es ist grundsätzlich nicht erlaubt, Devisen per Post ein- oder auszuführen, es sei denn, der Inhalt wurde vorher angemeldet. Wer gegen diese Regelung verstößt, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Außerdem fällt der gesamte Devisenbetrag dem bulgarischen Staat zu.
Münzen, die einen historischen oder archäologischen Wert besitzen, dürfen nur mit einer Ausfuhrbescheinigung des Kulturministeriums ausgeführt werden.
Edelmetallen, Edelsteine und weitere Edelerzeugnisse dürfen bis zu einem bestimmten Gewicht ohne Angabe eingeführt oder ausgeführt werden. Bei Gold und Platin im rohen oder halbbearbeiteten Zustand liegt die Grenze bei 27 Gramm, bei Goldschmuck oder Platinschmuck bei 60 Gramm und von Silber dürfen bis zu 300 Gramm mitgenommen werden.

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