Länderinfos A - Z

Benin

Benin

ALLGEMEINES

Benin Eine besondere Verehrung brachte man in Benin der Mutter des Königs entgegen. Sie hatte die wichtige Aufgabe, die Thronfolger zu erziehen. Auf Grund ihres naturgemäß besonderen Einflusses auf den Oba, schrieb die Sitte ihr vor, außerhalb des Palastbezirks zu leben. War ihr Sohn erst einmal inthronisiert, durfte er sie nie mehr wieder sehen und durfte nur über Dritte ihren Rat einholen. In der Religion der Bewohner von Benin gab es einen Glauben an ein Weiterleben im Jenseits.

LAGE

Benin erstreckt sich zwischen dem Golf von Guinea (Atlantischer Ozean) und dem Fluss Niger auf dem westafrikanischen Festland. Zu den Nachbarstaaten zählt Togo im Westen, Burkina Faso im Nordwesten, Niger im Norden und Nigeria im Osten. Die Küstenlinie zur Bucht von Benin umfasst etwa 125 km und ist von überwiegend sandigen Nehrungen gekennzeichnet. Gen Norden schließt sich eine breite Ebene an, die von Lagunen, Sümpfen und kleinen Binnengewässern geprägt und von vielfach gelichteten Waldbeständen bewachsen wird. Weiter nördlich geht das Terrain in eine Plateaulandschaft über, deren Inselberge Höhen von bis zu 650 m über dem Meeresspiegel erreichen.

Größere Kartenansicht

GESCHICHTE

Der Tod des Oba war im Königreich Benin ein grausames Ereignis. Dem Reisebericht des Olfert Dapper nach musste das Grab des Königs so tief gegraben werden, bis die Arbeiter ins Wasser fallen und ertrinken. Erst dann wurde der Leichnam des Oba in Anwesenheit des gesamten Hofstaates ins Grab gelassen. Die Hofdiener sollen sich anschließend angeboten haben, ihren Herrscher ins Jenseits begleiten zu dürfen. Dieses Vorrecht wurde aber nur denjenigen gewährt, welche beim Oba zu seinen Lebzeiten am beliebtesten waren. Sie stiegen mit ihm in das Grab, welches anschließend mit einem schweren Stein verschlossen wurde.

Zu hohen Festen war es im Königreich auch üblich, Menschenopfer darzubringen. Zumeist handelte es sich um Sklaven, von denen man glaubte, dass sie im Jenseits ein besseres Schicksal erführen. Die Opferung erfolgte durch Enthauptung oder Erdrosseln. Diese Praxis soll vor allem im 19. Jahrhundert immer größere Ausmaße angenommen haben, als Berichten zufolge bis zu 23 Opfer am Tag dargebracht wurden.

Bis 1975 hiess der Staat Benin noch Dahomey. Ende des 19. Jahrhunderts eroberten die Franzosen das damals historische Königreich. In Benin ist aufgrund dessen die Amtssprache Französisch. Es gibt aber noch viele weitere lokale Sprachen.

Bis 1990 galt Benin als der einzige marxistische Staat auf dem Festland von Westafrika. Als Sieger der ersten freien Präsidentschaftswahlen im Jahre1991 ging zwar zunächst Nicéphore Soglo hervor, bereits fünf Jahre später gewann aber erneut Kérékou die Wahl. Dieser führte Benin während seiner letzten Amtsperiode noch bis ins Jahr 2006. Trotz umfangreicher Bemühungen in wirtschaftlicher Hinsicht und der demokratisch geprägten politischen Ausrichtung gehört Benin noch immer zu den ärmsten Ländern der Erde, sodass sich die Regierung insbesondere für die Armutsbekämpfung und eine umfassende wirtschaftliche Stabilisierung einsetzt.

KLIMA

Der afrikanische Staat verzeichnet tropisches Klima, das im Süden zwei Regenzeiten, im Norden hingegen nur eine Regenzeit aufweist. Die Niederschläge variieren somit von jährlich rund 1000 mm bis zu 1500 mm. Neben den gleichbleibend hohen Temperaturen sind insbesondere im Norden heiße Wüstenwinde kennzeichnend für die klimatischen Bedingungen.

WÄHRUNG

Die Währung ist der Franc CFA, der aufgrund seiner festen Parität zum französischen Franc in einem festen Wechselkursverhältnis zum Euro (1 Euro = 655,957 FCFA) steht.

Kreditkarten werden nur begrenzt akzeptiert.

Der Tausch von Fremdwährungen kann in Banken und grösseren Hotels vollzogen
werden. Fremdwährung darf unbegrenzt eingeführt werden, jedoch ist diese deklarationspflichtig. Die Einfuhr der Landeswährung ist erlaubt.

Die Mitnahme von Travellerschecks, Kreditkarten und Euro ist zu empfehlen.

ETWAS LITERATUR

Ada Simon ist Fotoreporterin. Afrika ist ihre zweite Heimat. In Cotonou, der größten Stadt in Benin, scheint alles so zu sein wie immer. Doch nachdem Adas bester Freund, der Politiker Patrick, vor ihren Augen ermordet wird, verwandelt sich ihr Alltag zusehends in einen Albtraum. Immer tiefer verstrickt sich Ada in die afrikanische Realität und die kalte Realpolitik, bei der sich alles um fette Kredite aus Brüssel und die Gier nach Schürfrechten dreht. Bald weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann. Wider Willen wird Ada zum Spielball entgegengesetzter Interessen. Schließlich versucht sie in einem Akt der Verzweiflung, der tödlichen Gefahr zu entrinnen. Mit Ada Simon betritt eine ganz neue Figur die deutsche Krimiszene: cool, mit sarkastischem Witz und Heldin aus Notwehr. Klappentext: Lena Blaudez Spiegelreflex. Ada Simon in Cotonou, erschienen September 2006

REISEINFOS

In Benin ist die Kriminalitätsrate, einschliesslich der Strassenkriminalität, recht gering.
Allerdings ist auch hier, mit Einbruch der Dunkelheit, besondere Vorsicht geboten.
Auf Schmuck und bestimmte Wertsachen sollte daher immer geachtet werden.

Grundsätzlich sollte man mit verriegelten Türen fahren, da vereinzelt Angriffe auf Fahrzeuge aller Art auftreten können.

Busverbindungen und Sammeltaxis gehören zu den öffentlichen
Verkehrsanbindungen. Allerdings sind viele Strassen während der Regenzeit schlecht befahrbar. Mietwagenfirmen gibt es in Cotonou.

Kleinbusse und Wagen können auch mit Chauffeur dazu gemietet werden.
Es gilt der internationale Führerschein. 

Beim Fotografieren sollte man sich zurückhalten, besonders bei religiösen Kultstätten des in Benin verbreiteten Ahnenkultes (Voodoo). Militär- und Grenzanlagen dürfen ebenfalls nicht fotografiert werden.

Homosexualität ist in Benin illegal.

Die medizinische Versorgung ist im gesamten Land problematisch. Es fehlen überall gut ausgebildete europäische Ärzte. Dringend wird daher auf einen ausreichenden, gültigen Krankenversicherungsschutz hingewiesen. Die Notfall-Apotheke gehört auch hier ins Reisegepäck.

Vorgeschrieben ist bei der Einreise eine Impfung gegen Gelbfieber. Auch hier wieder anzuraten ist das Basisschutzprogramm (Diphtherie/Tetanus/Polio, Hepatitis A und Typhus) und eine Impfungen gegen Malaria.
Eine vorbeugende Impfung gegen Cholera (eitrige Gehirnhautentzündung) und Japan-B-Enzephalitis ist ebenfalls zu empfehlen. Impfungen gegen Tollwut und Hepatitis B sind besonders bei Individualtouristen, insbesondere für Camper, anzuraten.

VISUM und EINREISEBEDINGUNGEN

Zur Einreise nach Benin besteht für Staatsbürger der Europäischen Gemeinschaft, Schweizer und die Angehörigen der meisten der restlichen europäischen Länder Visumpflicht.

Botschaft für Deutschland:
Berlin (030) 23 63 14 70

Honorarkonsulat Deutschland:     
München (089) 27 29 31 25   
Saarbrücken (0681) 92 65 613

Botschaft für Österreich:
Genf zuständig
(+41/22) 90 684 60
info@missionbenin.ch

Honorarkonsulat für Österreich:
Wien (+43/1) 523 93 00
wagner@reiwag.at

Botschaft für Schweiz:
Genf 022 90 684 60
info@missionbenin.ch
 

<< zurück