Länderinfos A - Z

AEGYPTEN

Ägypten

ALLGEMEINES

ÄgyptenOh, all ihr Menschen! Jeder, der diesem Grab Böses antut und es betritt, den werden die Krokodile im Wasser verschlingen, dem werden an Land die Schlangen vertilgen, den werden die Nilpferde im Wasser fressen und an Land die Skorpione beißen..“ Dieser über 4000 Jahre alte Fluch gehört zu den jüngsten Funden bei den Pyramiden von Giza. Er schützte die Gräber der Pyramidenbauer.
500 bis 1000 hochqualifizierte Männer, Ingenieure und Architekten würde man sie heute nennen. Leiteten den Bau. Aber, wer verrichtete die harte Arbeit, schleppte und türmte Steinblöcke? Waren es 100.000 Sklaven, die permanent arbeiteten und alle drei Monate von einer frischen Mannschaft abgelöst wurden, wie der griechische Historiker Herodot fabulierte, der im 5. Jhd.v.Chr. die Pyramiden besuchte und ungewollt Hollywood die Klischeevorlage für monumentale Sklavendamen lieferte?

LAGE

Die Republik Ägypten befindet sich im äußersten Nordosten des afrikanischen Kontinents. Im Westen grenzt das Land unmittelbar an Libyen, im Süden an den Sudan, im Osten an das Rote Meer, sowie – im Bereich der zu Asien zählenden Halbinsel Sinai – an Israel und einen schmalen Abschnitt des Gaza-Streifens. Im Norden weist Ägypten mit dem Mittelmeer eine weitere natürliche Grenze auf.

 

GESCHICHTE

Der nordafrikanische Staat kann auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurückblicken. Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung des Niltals durch Ackerbaukulturen im 5. Jahrtausend v.Chr. hin, wobei Menschen die Region des heutigen Ägypten bereits seit Urzeiten bewohnten. Aus den Kulturen der prädynastischen Zeit entwickelten sich die Königreiche Ober- und Unterägypten, die schließlich Ende des 4. Jahrhunderts v.Chr. durch den legendären Pharao Menes zusammengeführt wurden. In dieser frühdynastischen Epoche erreichte Ägypten eine erste Blütezeit, geprägt von der Entwicklung einer Schrift- und Hochkultur. Unter Pharao Djoser entwickelte sich zu Beginn des 3. Jahrtausends v.Chr. das sogenannte Alte Reich, dessen Hauptstadt Memphis bildete.

Bis zu seinem Zerfall Ende des 3. Jahrtausends wurden zahlreiche Kultstätten, darunter die berühmten Pyramiden von Gizeh und Dahschur, errichtet. Das in zahlreiche kleine Territorien zerfallene Ägypten konnte erst durch die Könige von Theben im sogenannten Mittleren Reich wieder vereint werden. Die Könige verlegten zudem die Hauptstadt in die Nähe von Kairo, bauten die Handelsbeziehungen mit anderen Staaten beträchtlich aus und förderten erneut den Bau bedeutender Kultstätten. Nach der Eroberung Ägyptens durch das Volk der Hyksos gelang es den Pharaonen erst Mitte des 2. Jahrtausends, mit dem Neuen Reich (und seiner Hauptstadt Theben) eine weitere Blütezeit des Landes zu schaffen. Mit der Eroberung Nubiens und Syriens stieg Ägypten endgültig zur bestimmenden Großmacht in Nordafrika auf. Ab der Mitte des 1. Jahrtausend v.Chr. setzte der allmähliche Zerfall des Reiches ein: Viele asiatische Besitzungen gingen an das mächtige Hethiterheer verloren, zudem wurde ganz Ägypten im 8. bzw. 7. Jahrhundert von nubischen Königen kontrolliert.

Ägypten wurde von den Persern erobert und eingegliedert. Später erfolgte die Einnahme durch Alexander den Großen und damit der Beginn der hellenistischen Epoche. Unter Ptolemaios, dem legendären Feldherrn des makedonischen Königs, wurde die Hauptstadt nach Alexandria verlegt und die Dynastie der Ptolemäer begründet. Die griechische Epoche endete schließlich im 1. Jahrhundert v.Chr. mit der Eingliederung Ägyptens in das Römische Reich. Nach dessen Teilung Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. fiel die Verwaltung des zum Oströmischen Reich gehörenden nordafrikanischen Landes an Byzanz, was unter anderem eine teilweise Christianisierung der Region nach sich zog. Infolge des Einfalls arabischer Truppen unterlag Ägypten ab Mitte des 7. Jahrhunderts einer allmählichen Islamisierung. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde Ägypten von türkischen Machthabern erobert und dem Osmanischen Reich angegliedert.

Nach dem Scheitern der Ägyptischen Expedition (1798-1802) durch französische Verbände konnte Mohammad Ali Pascha, ein türkischer Offizier, die Statthalterschaft über Ägypten gewinnen. Insbesondere der Bau des Suezkanals in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts führte Ägypten in den Weg der Staatsverschuldung. Großbritannien eignete sich schließlich die Aktienmehrheit über den strategisch wichtigen Kanal an. Im Jahre 1882 erfolgte die Besetzung Ägyptens mit britischen Truppen. Ab 1914 offiziell Protektorat, erlangte das nordafrikanische Land unter König Fuad I. die staatliche Souveränität, allerdings blieben britische Verbände noch bis 1946 hier stationiert. Nach der Proklamierung einer unabhängigen Republik 1953 errichtete Oberst Gamal Abdel Nasser ein sozialistisches Regime mit engen Verbindungen zur Sowjetunion. Bestrebungen zur Verstaatlichung des Suezkanals begegneten Israel, Großbritannien und Frankreich mit einer militärischen Die 1960er und 1970er Jahre waren innenpolitisch vom Bau des Assuan-Staudammes geprägt, außenpolitisch von teilweise militärischen Auseinandersetzungen mit Israel, wie der Sechstagekrieg.

Erst nach dem Tode Nassers öffnete sich Ägypten in Richtung Westen und unternahm erste Schritte in Richtung Demokratisierung und Liberalisierung. Unter Anwar as-Sadat konnte im Jahre 1979 ein Friedensvertrag mit Israel ausgehandelt werden. Nach dem gewaltsamen Tode Sadats übernahm Muhammad Husni Mubarak 1981 das Amt des Staatspräsidenten. In den 1990er Jahren nahmen fundamentalistisch motivierte Aktivitäten beständig zu.  Vor allem Anschläge auf Touristenzentren (Luxor, Kairo) beschädigten das Ansehen Ägyptens als Urlaubsland mit stabiler demokratischer Ordnung.

KLIMA

Klimatisch verzeichnet Ägypten überwiegend trockenes Wüstenklima mit extremen Temperaturschwankungen und äußerst geringen Niederschlägen. Einzig der Norden unterliegt dem mediterranen Einfluss, was zu relativ milden Temperaturen und Niederschlagsmengen von jährlich rund 250 mm führt.

WÄHRUNG

Die Landeswährung ist das Ägyptisches Pfund unterteilt in 100 Piaster.
Fremdwährungen können in Banken, offiziellen Wechselstuben und in den meisten Hotels getauscht werden. Bei Banken gibt es meist einen besseren Kurs als bei Wechselstuben oder an der Hotelrezeption. Akzeptiert werden allegängigen internationalen Währungen.

Kreditkarten wie MasterCard, American Express, Diners Club und Visa werden angenommen.
Nur größere Hotels oder Restaurants in Kairo und in den Touristenorten akzeptieren Kreditkarten als direktes Zahlungsmittel. Mit manchen Kreditkarten kann an Geldautomaten größerer Banken Bargeld in der Landeswährung abgehoben werden. Karten mit dem Cirrus- oder Maestro-Symbol werden in Ägypten an zahlreichen Geldautomaten akzeptiert, aber nicht in Geschäften.

ETWAS LITERATUR

Nagib Mahfuz wurde am 11. Dezember 1911 als Sohn einer bürgerlichen Familie in Kairo geboren. Er studierte Philosophie an der Universität von Kairo. Im Anschluss daran war er unter anderem bei der ägyptischen Kunstaufsichtsbehörde und als Berater des Ministers für Kulturelle Angelegenheiten tätig.

Zu seinem Werk zählen weit über 50 Romane, Erzählungen und Drehbücher. Nagib Mahfuz entschied sich als erster arabischer Autor dafür, Romane zu schreiben - diese Literaturgattung des "erzählenden Schreibens" war bis dato in der arabischen Kultur vollkommen unbekannt. Daher gilt er als "Vater des ägyptischen Romans", der zuweilen ein Stiefkind neben der Poesie war.

Mahfuz zählte zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart, 1988 wurde ihm, als erstem nordafrikanischen Schriftsteller, der Nobelpreis für Literatur verliehen.

1994 wurde Mahfuz in seiner Wohnung im Kairoer Stadtteil Agouza niedergestochen und dabei schwer verletzt. Täter waren islamische Extremisten.

Der kleine Mann mit der großen Brille verkörperte all das, was an seinem Heimatland Ägypten liebenswert ist. Er war bescheiden, kreativ, hatte großartigen Sinn für Humor und liebte die Gesellschaft anderer Menschen. Seine Neugier auf die Menschen, die ihn umgaben, war letztlich der Schlüssel zu seinem Erfolg. Denn genau mit seiner Beobachtungsgabe und seiner Art, die Emotionen und Schwächen von Menschen darzustellen, eröffnete er die neuen Dimensionen in der arabischen Literatur.

Nagib Mahfuz verstarb am 30. August 2006, im Alter von 94 Jahren, in Kairo.

REISEINFOS

Auch in Ägypten besteht ein erhöhtes Anschlagsrisiko. Vor allem an touristischen Punkten, an denen regelmäßig westliche Staatsangehörige verkehren, ist besondere Vorsicht geboten. In den Grossstädten sind medizinische Einrichtungen vorhanden.

Die Krankenpflege und Hygiene liegen aber oft unter dem europäischen Durchschnitt. Vor allem in Kairo gibt es eine sehr hohe Luftverschmutzung, dies kann bei Personen mit Atemwegserkrankungen gelegentlich zu Problemem führen.

Impfungen sind bei der Einreise nicht vorgeschrieben, ausser bei der Einreise über ein Infektionsgebiet bei Gelbfieber. Eine Impfung gegen Malaria für die Oase El Fayum wird angeraten (Juni-Oktober). Ansonsten empfiehlt sich das normale Basisschutzprogramm gegen Diphtherie, Tetanus, Polio, Hepatitis A und B, sowie Typhus und die Mitnahme einer Reiseapotheke.

Durchfallerkrankungen kommen in Ägypten häufig vor. Obst sollte deshalb grundsätzlich geschält und gewaschen werden und man sollte nur abgekochtes bzw. abgefülltes Mineralwasser trinken.

Für Tauchgänge im Roten Meer sollten unbedingt Ratschläge und Tipps von lokalen Tauchern eingeholt werden. Dringend abzuraten sind Tauchgänge in das sogenannte „Blue Hole“ (Nähe Dahab). Zahlreiche Unfälle ereigneten sich schon dort ohne Verwendung einer Kette.

Ägypten ist im Hinblick auf Moralvorstellungen und Verhaltensregeln ein vergleichsweise liberales Land, dennoch werden bestimmte Verhaltensweisen strafrechtlich verfolgt, dies gilt besonders für Prostitution, Homosexualität und Ehebruch.

Drogendelikte werden mit harten Strafen (Gefängnis bis hin zur Todesstrafe in besonders schweren Fällen) geahndet.

In Ägypten besteht, ähnlich wie in vielen anderen Ländern, ein striktes Ausfuhrverbot  für alle antiken Gegenstände und eine Vielzahl von unter Natur- und Artenschutz stehenden Pflanzen und Tieren, zum Beispiel Korallen.

VISUM und EINREISEBEDINGUNGEN

Zur Einreise nach Ägypten besteht für Staatsbürger der Europäischen Gemeinschaft, Schweizer und die Angehörigen der meisten der restlichen europäischen Länder Visumpflicht.

Botschaft für Deutschland:       

www.egyptian-embassy.de (Berlin)
für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Generalkonsulat:

www.egyptian-consulate-ffm.com (Frankfurt a.M.)
Für Hessen, Baden Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Generalkonsulat:

gen-kons-et-hhatgmx.de (Hamburg)
Für Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Botschaft/Konsulat für Österreich:

www.egyptembassyviennaategyptembassyvienna.at

Botschaft für die Schweiz:       

Chancellerie           
Elfenauweg 6, 3006 Bern
031 352 80 12 / 13

Konsulat für die Schweiz:

Consulat général de la République Arabe d'Egypte
Route de Florissant 47ter, 1206 Genève
022 347 63 79 und 022 347 62 55

<< zurück