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Das Haus an der Moschee
Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby. Ein altes Haus in Senedjan. Es ist Teil der Moschee, und die Moschee ist Teil des Hauses, und so ist es immer gewesen. Oberhaupt der Gemeinschaft aus Frauen und Kindern, Kaufleuten und den aufeinander folgenden Imamen ist der wichtigste Mann des Basars, der Teppichhändler Aga Djan. Seit 800 Jahren zählt seine Familie zu den einflussreichsten der Stadt. Aga Djan ist ein strenggläubiger Muslim, der liebevoll und fürsorglich über Haus und Moschee wacht. Unter seiner Obhut leben die Menschen in Senedjan in einträchtiger Harmonie. Bis die von Teheran und den Aufständen gegen das korrupte Regime des Schahs ausgehende Unruhe im Land auch sie erreicht. Im Hintergrund droht bereits der Krieg mit dem Irak, während Aga Djan hilflos mit ansehen muss, wie um ihn herum Familienmitglieder und Freunde ermordet, ins Exil gezwungen oder zu wütenden Fundamentalisten werden. Völlig verändert begegnen ihm alte Bekannte wieder und bestätigen am Ende, dass das Paradies, aber eben auch die Hölle, immer die anderen sind.
Claassen Verlag, Berlin 2007
ISBN-10 3546004213
ISBN-13 9783546004213
Gebunden, 400 Seiten, 19,90 EUR
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2008
Kader Abdolah hat mit seinem Buch "Das Haus an der Moschee" nun schon den zweiten Roman vorgelegt, der sich mit der jüngeren Geschichte Irans beschäftigt, stellt Angela Schader angeregt fest. Im "Haus an der Moschee" versammelt Abdolah neben dem Hausherrn Agha Djan, Vorsteher der Moschee und Oberhaupt der reichen Händler im Ort, den Imam und den Muezzin des Gotteshauses und schafft damit eine Art "Scharnierstelle" zwischen traditionellen und modernen Strömungen, konstatiert Schader. Auch wenn sie den fiktiven Charakter des Buches hervorhebt, findet die Rezensentin es doch ein wenig befremdlich, wie sich Abdolah die Geschichte mitunter zurechtbiegt, beispielsweise, wenn der fanatische Imam Galgal zu den afghanischen Taliban geschickt wird. Angesichts der damaligen erbitterten Feindschaft zwischen Schiiten und Taliban dürften solche historischen Absurditäten Leser, die mit dem Thema nicht vertraut sind, nur verwirren, kritisiert die Rezensentin, die dennoch diesen Roman wegen seiner insgesamt erhellenden Darstellung der Geschichte Irans wärmstens empfiehlt.
Helge Timmerberg