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Drei starke Frauen
Den neuen Roman der »ungewöhnlichsten Schriftstellerin Frankreichs« beschrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in den knappen und präzisen Worten: Er handle »von drei vollkommen unterschiedlichen Frauen, die sich von den Schwierigkeiten des Lebens nicht unterkriegen und von ihren Mitmenschen nicht demütigen lassen«. Die vierzigjährige Norah gibt dem Drängen ihres Vaters nach und besucht ihn in Dakar: Die Juristin soll ihren Bruder aus dem Gefängnis holen. Das schwierige Treffen mit dem Vater führt die Frau an den Rand des Wahnsinns. Fanta hat im Unterschied zu Norah Dakar verlassen, um ihrem Ehemann Rudy in die französische Provinz zu folgen. Sie gibt sich dort vor Langeweile auf, so meint Rudy, durch dessen Perspektive wir von Fanta erfahren – doch ihm entgeht Entscheidendes.
Von Afrika aus betrachtet erscheint ihre Existenz geradezu luxuriös und begehrenswert, weshalb Khady, die junge Afrikanerin, illegal nach Frankreich einzuwandern sich bemüht – doch sie endet, tot, an Grenzen.
Drei Lebensläufe, drei starke Frauen, die ihre Würde verteidigen, indem sie sich im entscheidenden Moment weigern, so zu handeln, wie es die Umgebung verlangt.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010
ISBN-978-3-518-42165-9
gebunden, 342 Seiten, 22.90 EUR
Rezensionsnotizen:
»Das Buch ist von beklemmender Schönheit. Nur wenige Hoffnungs-Irrlichter hellen das düstere Bild eines Afrikas auf, das vor allem Schauplatz von Wahnsinn, Mord und Elend ist. Die Heldinnen des Romans kämpfen zäh um ihre Würde, scheitern aber an allen anderen Fronten. Als Aus- und Fluchtweg bleibt ihnen nur die Verwandlung durch die Sprachmagierin Marie NDiaye.«
Georg Renöckl, Neue Zürcher Zeitung
»Vor allem, vergessen wir nicht, dass die kristalline Sprache der Autorin das aufwühlende Innenleben ihrer außergewöhnlichen Heldinnen überhaupt erst sichtbar werden lässt. Ohne Frage ist Marie NDiaye eine der interessantesten und innovativsten literarischen Stimmen der Gegenwart.« Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung
»Die Geschichten leben von ihren starken Protagonistinnen, noch mehr allerdings davon, dass das Unheimliche in den Text einsickert wie Feuchtigkeit in ein Stück Stoff. NDiayes Sprache ist leicht und elegant, man kann sich verlieben in die Schönheit ihrer Sätze, doch darunter lauert die Finsternis. Ihre Romane, vor allem Drei starke Frauen haben Kritiker an den Nobelpreisträger William Faulkner erinnert. Sie wurde auch mit dem Regisseur David Lynch verglichen (...)« Claudia Voigt, Der Spiegel
»Marie NDiaye gelingt es, tief in die Gefühlswelten dieser Frauen zu kriechen. Sie schreibt in einer kraftvollen, unverkitschten Sprache, ihre Einblicke in seelische Abgründe sind schmerzhaft und geben doch einen Funken Hoffnung: Auch wenn diese Frauen schwer gebeutelt sind, nehmen sie es immer wieder mit dem Leben auf.
... Ein großartiger Roman über drei starke Frauen.« Brigitte
»Wer den Roman gelesen hat, wird zustimmen: Marie NDiaye gehört zu den besten Autorinnen ihres Landes. ... Zu intensiv, zu präsent, zu wahr erscheinen die Schauplätze und Personen, gerade in ihrer Unbestimmtheit. ... An Marie NDiayes Roman wird wieder einmal sichtbar, wozu Literatur – und nur sie – imstande ist. ...was für ein Glück, solche Bücher zu haben.« Martin Ebel, Tages-Anzeiger
»NDiaye ist nicht nur eine Frauen-, sondern auch eine Männerforscherin, und Drei starke Frauen kein feministisches, sondern ein universelles Werk, von einer selten gelesenen Tiefe, Vielfalt und Dramatik.« Gregor Haschnik, Saarbrücker Zeitung
»Marie NDiaye ist eine Meisterin der Schilderung körperlicher Missempfindungen. … In ihren drei moralischen Erzählungen vermischt sie diese familiären Urkonflikte geschickt mit dem gegenwärtigen Verhältnis von Erster und Dritter Welt. Das ist vielleicht kein Geniestreich, aber höchst respektabel.« Katrin Hillgruber, Der Tagesspiegel
Michael Völker