Afrika
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| Algerien 02 – Kulturgüter im Nordwesten | |
| 10 Tage auf den Spuren der Andalusier und Albert Camus ab mind. 4 Personen: 3650 € mit Flug ab Basel/Mulhouse |
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Oran wurde im 10. Jahrhundert von muslimischen Kaufleuten aus Andalusien gegründet. Seit dem Untergang des Reichs der Abdalwadiden (Dynastie im westlichen Algerien von 1235 - 1555) wechselte die Stadt mehrmals den Besitz zwischen Spanien und den Korsaren, bis 1830 Frankreich die Stadt einnahm. Im Jahr 1962 hatte die Stadt mit über 55% den höchsten Prozentsatz an europäischer Bevölkerung in ganz Algerien. In der Endphase des Bürgerkrieges kam es hier am 5. Juli 1962 zu einem Massaker an der europäischen Bevölkerung durch die FLN. Seit 1962 ist Oran Teil des unabhängigen Staates Algerien. |
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| Reisepreis | Teilnehmer und Reisedaten |
| 3650 € im Doppelzimmer 300 € Zuschlag Einzelzimmer Zuschlag Flüge ab anderen Flughäfen auf Anfrage! |
Kleingruppe 4 bis 8 Personen Diese Reise ist auch individuell buchbar. Ideale Reisezeit Monate: 2 bis 6, 10 2 Personen ohne Flug ab 3500 |
| Eingeschlossene Leistungen | Nicht eingeschlossene Leistungen |
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Reiseverlauf
01. Tag: Basel/Mulhouse - Oran
Linienflug mit Aigle Azur Flug von Europa über Alger oder direkt nach Oran. Nach der Zollabfertigung, werden Sie durch die örtliche, deutschsprachige Reisebegleitung begrüßt. Fahrt ins Hotel. Begrüßungstee und Zimmerbezug. Kleiner Stadtrundgang vor dem gemeinsamen Abendessen.
Niemand hat besser als Albert Camus das Wesen der Stadt Oran erfasst. In seinem Essay „Le Minotaure ou la Halte à Oran“ beschreibt er auf amüsante aber bissige weise die Stadt, deren Hässlichkeit, Schlampigkeit und jegliches Fehlen geistiger Impulse. In der Tat ist Oran alles auf Geratewohl entstanden, teilweise zusammenhanglos und improvisiert. Oft steht ein bedeutendes Gebäude dicht neben einem einfachen Haus. Die Straßen kreuzen sich zufällig und scheinen selber überrascht, sich zu begegnen. Während Algier sich in all seinen Terrassen in einem Halbkreis zum Meer neigt, kehrt Oran dem Wasser den Rücken. Es gibt nur wenige Fenster, von denen aus man das Blau des Mittelmeeres sehen kann.
Die Bewohner von Oran stehen im Ruf großzügig, gefällig und freigiebig zu sein. Aber sie haben in der Vergangenheit fast alles eingebüßt, was ihre verschiedenen ursprünglichen Kulturen ihnen gaben. Geblieben sind aber der Handel, die Weinberge, die Arbeit und das Vergnügen. „Auf den Boulevards von Oran“, schrieb Camus, „wird das Problem des Seins nicht aufgeworfen, und niemand kümmert sich um den Weg der Vollkommenheit.“
Der Stadtkern wartetet auf die Besucher mit seinem künstlichen Dekor, seinem Theater, das von vergoldeten Kuppeln und kleinen Säulchen strotzt, dem aufdringlichen Rathaus und den unzähligen Straßen-Cafés.
Arabisch-andalusische Seeleute hatten die Stad gegründet, die Spanier waren ihnen gefolgt, verjagt von den Türken , dann hatten sich die Franzosen hier niedergelassen und waren ihrerseits vom algerischen Volk verdrängt worden. Die Geschichte geht weiter. Oran bewahrt unter seiner Maske sein Antlitz, unentzifferbar wie Stein.
02. Tag: Oran und Mostaganem
Das alte Oran mit seinem Gewirr von Gassen lag zwischen den Château Neuf und der Felswand des Murdjadjo. Die Moschee des Pacha, am Fuß des Château Neuf, weist eine hübsche Vorhalle und ein Höfchen mit Säulen in Form eines Halbkreises, als Gärtchen bepflanzt, auf. In der Nähe liegt die Place Kléber. Sie wird durch die Place de la République verlängert, eine alte Talsohle, die früher zu dem heute überfüllten Hafenbecken der Korsaren führte. Die Place de la Perle stellte früher trotz ihrer dreieckigen Form und ihrer Kleinheit die Plaza Mayor der Spanier dar. Eine Kirche, zur Kathedrale erhoben, beherrschte sie. Die Häuser haben leider ihren Charakter fast alle mit der Zeit verloren.
Die Stadt des 19. Jhd. gruppiert sich auf dem Plateau, das den anderen Hang der Schlucht beherrscht. Um die Place du 1er Novembre herum, in dessen Mitte ein Obelisk an Emir Abdelkader erinnert. Das 1888 errichtete Rathaus und das Theater von 1906 sind für die Epoche typisch.
Im Norden der Stadt besichtigen wir das Palais des Beaux-Arts, ein Museum mit Abteilung für Malerei und im Obergeschoß das Museum des Alten Oran.
Kiefernwälder und Dünenrücken trennen uns vom Meer. Äcker mit Wein und Weizen. Warnschilder am Straßenrand zeigen an, daß hier Schwarzwild wechselt. Weiter ist der Strand auf Kilometer mit Industrieanlagen besetzt. Gespenstische Komplexe zur Meerwasserentsalzung, zur Gewinnung von Stickstoff-Dünger, Ammoniak, Methadol und Kunstharz.
Arzew ist Endpunkt langer Pipelines für Erdöl und Erdgas. Das Öl wird hier raffiniert, das Gas verflüssigt.
Stidia liegt an einer Bucht mit weitem Blick aufs Meer zwischen Weinfeldern. Die Stadt wurde von etwa 400 preußischen Auswanderern gegründet. Eigentlich wollten sie nach Brasilien, aber die kaiserlich französische Regierung gestattete ihnen die Ansiedlung.
Mostaganem, ausgedehnt und unübersichtlich liegt es auf hügeligem Gelände. Aus verschiedenen Zeiten stammen die Stadtteile. Das alte Türkenviertel bewahrt noch einige bauliche Zeugen aus einer bewegten Vergangenheit. Mauern, Häuser und eine in der Kolonialzeiterstellte merinidische Medresse, ein Kloster und mehrere Marabus. Der Ursprung der Stadt liegt bei den Puniern. Die von den Römern gegründete Siedlung bleibt auch in der Spätantike und im Mittelalter bewohnt. Die Almoraviden bauten die Zitadella Ende des 11. Jhd. Die Stadt gehörte zu den Ziyaniden von Tlemcen, dann den Herrschern des marokkanischen Fes. 1340 wurde die Große Moschee errichtet. Aufgrund der wachsenden Macht der Spanier riefen die Einwohner Chaireddin Barbarossa zu Hilfe, mit dessen Hilfe die Christen eine Niederlage erlitten. Barbarossa wurde Herr über die Stadt, vergrößerte und befestigte sie. Die Stadt blieb bis zur Besetzung der Franzosen unter türkischer Herrschaft. Rückfahrt nach Oran. Gemeinsames Abendessen im Hotel.
03. Tag: Mers el-Kebir und Salzsee von Sebkha el-Kebira
Die Küste westlich von Oran, zu Marokko hin, weist einige schöne Badestrände auf. Die Straße führt uns an den Hängen des Murdjadjo über Monte Christo nach Mers el-Kebir, dem ehemaligen Kriegshafen der Franzosen. Dieser Naturbecken, später durch Molen weiter geschützte Bucht, war einst ein Hafen für Seeräuber und im 19. Jhd. eine der wichtigsten Flottenbasis Frankreichs im Mittelmeer. Nach der Niederlage im Jahre 1940 suchte ein Teil der französischen Kriegsflotte hier Schutz, wurden dann aber von einem britischen Geschwader angegriffen und versenkt.
Von Mers el-Kebir über das Cap Falcon bis les Andalouses erstrecken sich Sanddünen die ganze Küste entlang. Aïn el Turk war noch bis ins 19. Jhd. der Landeplatz der türkischen Janitscharen, der damaligen Herren von Algier. Von les Andalouses fährt man durch den Korkeichenwald Forêt de M’Sila zum Marabout Sidi Abed el Kader el Djilali und zur Schlucht der Jungfrauen mit ihren zahlreichen Höhlen.
Ein eindrucksvolles Erlebnis ist die Fahrt um den Großen Salzsee Sebkha El-Kebira. Die Sebkha ist eine riesige Salzsenke, mit ca. 40 Kilometer Länge und rund 10 Kilometer Breite. Im Winter füllt sich die Senke mit Wasser, welches dann gegen den Sommer mehr und mehr verdunstet. Eine in der Sonne weiß glitzernde Kruste bleibt zurück, Salz. Hassi El-Ghella liegt in einer fruchtbaren Landschaft, inmitten von Weinbergen. Torbögen erinnern an die Herrenhäuser der Landgüter der Domain der damaligen französischen Colons. Auf der Rückfahrt nach Oran kommen wir auch vorbei an Hammam Bou Hadjar, einem Thermalbad, dessen über 60 ° heißes Wasser bei verschiedensten Krankheiten empfohlen wird.
04. Tag: Fahrt nach Tlemcen
Heute geht unsere Reise weiter ins rund 150 km entfernte Tlemcen. Afrikas Granada, wie es oft schwärmerisch genannt wird, aber ohne Alhambra, liegt am Fuße der Tlemcen-Berge vor der Nanaya-Ebene in einer lieblich anmutenden, gar nicht afrikanisch wirkenden Landschaft, eher in einem südspanischen Garten.
„Oh, Tlemcen … da werden Sie etwas sehen … dort lebt noch ein Stück des alten unberührten Orients.“ Auch in der sehr reichen französischen Literatur über Algerien nimmt Tlemcen eine besonders bevorzugte Stellung ein und alle Reisehandbücher sind sich darin einig, das keine zweite Stadt Algeriens sich an Buntheit und Bewegtheit des Volkslebens, an Poesie- und geschichtlichen Vergangenheit mit Tlemcen vergleichen lassen. Es ist etwas Wahres an all diesen Hymnen, die auf die alte Bergstadt gesungen werden. Sie hat, was ihr größeren Schwestern Algier und Oran wenig oder gar nicht mehr besitzen, noch in vollstem Masse: Atmosphäre, Stimmungszauber, Lokalkolorit. Tlemcen ist eine wahre Fundgrube für die Liebhaber völkerkundlicher Studien. Eine außerordentliche ethnographische Vielfalt eines auf engem Raum zusammengedrängten Rassen- und Völkergemisches.
Richard Dyck, 1930
Ein kurzer Spaziergang zu einem der Stadttore hinaus und wir stehen an der Wiege der Stadt, an den Ruinen des alten Agadir. An der Stelle, auf der sich in der Römerzeit das Militärlager Pomaria befand, entstand gegen Ende des 7. Jhd. die Maurenstadt Agadir. Hier war der Ausgangspunkt des mächtigen Königreiches von Tlemcen. Unter dem marokkanischen Geschlecht der Meriniden erlebte die Stadt seine höchste Blütezeit.
05. Tag: Tlemcen, vergangene muslimische Hochburg
Am Vormittag nutzen wir die Gelegenheit und besichtigen, geziemend gekleidet, das Innere der Großen Moschee. Die muslimischen Bethäuser verhalten sich nicht anders als die arabischen Wohnhäuser, welche sich nach außen kahl und unscheinbar geben und ihren Reichtum nach innen kehren. Die weißen Außenmauern der Moschee verraten uns etwas von den Dimensionen, die mit grünen Ziegeln gedeckten Dächer etwas von der Disposition der Schiffe des Betsaales.
Die Große Moschee von Tlemcen wurde von den Almoraviden, Yussuf Ibn Taschfin, im Jahre 1082 gegründet. Sie wurde von seinem Sohn erweitert und verschönert. Fast hundert Jahre später wurde von der Zyanidendynastie der quadratische Arkadenhof gebaut und mit einem hübschen Brunnen für die Waschungen versehen. Gleichzeitig entstand das 35 Meter hohe Minarett, welches uns an spanisch-marokkanische Vorbilder erinnert.
Eine Moschee ist Ort des Gebetes, der Koranlektüre, der Meditation und ist keine Stätte von Liturgie und Kultritual. In ausgerichteten Reihen richten die Gläubigen ihr Gebet in Richtung Mekka. Dementsprechend wird die Fläche gebaut, welche durch zwölf senkrecht zur Qiblamauer geführte Arkaden unterteilt wird. Hufeisen-, Spitz- und Zackenbögen sitzen auf gemauerten Pfeilern und nicht wie in Cordoba und Kairouan auf Säulen. Es entsteht ein endloser Raumeindruck. Nach altem Brauch ist auch hier das mittlere Schiff, das auf die Gebetsnische, Mihrab, zugeht, ein wenig breiter als die restlichen. Der Mihrab ist aus feingeschnittenem und farbig gefaßtem Stuck gebaut. Verziert mir vegetabilen Formen, geometrischen Mustern und Kufischrift.
Nach wenigen Metern, die wir durch die Altstadt schlendern, gelangen wir zur Sidi-Brahim-Moschee aus der zweiten Hälfte des 14. Jhd. Die Kuppel eines Grabmals und der Betsaal sind als einzige Reste einer Stiftung des Emirs Abu Hammu Musa II geblieben. Gleich in der Nähe liegt das modernistische Kulturhaus aus dem Jahre 1973. Zwei Welten stoßen aufeinander! Etwas außerhalb besichtigen wir die Moschee des Sidi Haloui, eines ehemaligen Kadi aus Sevilla, der seinen Lebensabend in Tlemcen verbrachte und hier 1337 auch starb. Das Grabmal des frommen Mannes ist nicht zugänglich.
Am Nachmittag fahren wir etwas aufs Land. Nur 7 km östlich der Stadt liegt El-Ourit. 200 Meter hohe rote Felswände steigen aus dem grünen Tal auf. Im Flußbett drängen sich Feigen-, Kirschen und Granatbäume. Daneben wachsen Weinreben, Äpfel-, Mandel-, Aprikosenbäume und Mispeln. Darüber die Brücken der Straße und der Eisenbahn.
06. Tag: über Side-Bel Abbes, Saïda und Taoughzout nach Tiaret
Heute heißt es weiter Richtung Osten zu fahren. Wir reisen durch eine sehr fruchtbare Gegend. Wir fahren durch Sidi Bel-Abbès. Das einstige Hauptquartier der „Legion étrangère“, die Algerien den Frieden brachte ist nicht in wie in Abenteuerromanen beschriebene Stadt der Wüste, sondern ein nichtssagendes Provinzstädtchen, das 1847 von den Franzosen gegründet wurde und welches sie 1962 wieder verließen.
Saïda ist nicht nur der Name eines in Algerien bekannten Mineralwassers, sondern auch einer Stadt mit Getreidewirtschaft, Weinbergen und einem steinigen Hochplateau, die mit der kostbaren Industriepflanze Alfa bewachsen ist. Seit den Kämpfen 1841 zwischen den französischen Truppen und dem Emir Abdelkader, besitzt Saïda keine historischen Gebäude mehr. Auch die Festung am südlichen Ortsausgang wurde damals in Brand gesteckt.
Fast überall im Maghreb bietet sich die Gelegenheit zum universalen Geist des in Tunis geborenen Ibn Khaldum etwas zu erzählen. Wir kommen aber nun in die Gegend von Frenda und ein paar Kilometer weiter käme der Ort Taoughzout, wo der große Historiker und Geschichtsdenker vier Jahre lang, 1374 bis 1378, lebte und auch Teil seiner Muqaddima schrieb. Die umfangreiche Einführung zur Geschichte der Berber. Dieses Werk wurde im Jahre 2003 in seiner Gesamtheit ins Französische übersetzt und ist im algerischen Verlag Berti Editions erschienen. Auf 1573 Seiten kann man sein vorher fast vergessenes Werk lesen und studieren.
1841 wurde die Stadt von Bugeaud, wie vorher Saïda, dem Erdboden gleichgemacht und neu im reinsten Kolonialstil wieder aufgebaut. Das Hotel L’Orient stellt für sich selber eine ganze Epoche dar.
Die Stadt ist ein Kreuzungspunkt von drei Regionen mit den verschiedensten wirtschaftlichen Bedingungen, was die Stadt sehr aktiv macht. Im Norden und Westen finden wir Waldungen und Weideland, wo die Aufzucht von Schafen zur Tradition gehört. Im Osten stellt ein leicht gewelltes Plateau ein sehr produktives Gebiet für Weizen dar. Und schließlich im Süden, weit wie das Meer, die Geröllebenen mit Alfa, der magischen Pflanze, aus welcher man Zellstoff, plastisches Material und andere Surrogate herstellt. Hier hat sich zwar kein Dorf gebildet, aber zur Erntezeit sieht man Karawanen von Kamelen das Gras in die Verarbeitungsstätten bringen. Große Schafherden kann man auf dem Hochplateau ebenfalls finden. Sougueur ist ein bedeutendes Zentrum für den Vieh- und Wollhandel. In einem nahen Gestüt werden reinrassige Araberhengste gezüchtet. In den bewaldeten Hügeln war, nach dem Verlust von Tlemcen, das Hauptquartier des Emir Abdelkader.
07. Tag: Tiaret – Algier
Unsere Fahrt geht weiter über das Hochplateau, vorbei an verschiedenen kleineren Ortschaften über den Chikou-Pass, 1230m, nach Médéa überragt von Weinbergen. Die Stadt, die einst mit römischen Steinen erbaut, hat heute ein total französisches aussehen. Mittagspause.
Weiter geht unsere Fahrt über den Nador-Pass und durch die Schlucht von Chiffra über Blida, der Garten Alger mit seinen unzähligen Zitrus- und Olivenbäumen.
„Beim Eintritt in Alger glaubt man in eine europäische, namentlich französische Stadt zu kommen, welcher Eindruck sogar durch den Anblick orientalischer Trachten nicht ganz aufgehoben wird. Die europäischen Uniformen und Bürgertrachten herrschen vor. Man könnte sich einbilden, daß in dem neuen Teil von Alger nicht die Franzosen inmitten der Araber, sondern die Araber inmitten der Franzosen sich angesiedelt hätten. Allein, was hier an den Orient erinnert, und zwar in der reizendsten Weise, ist die Vegetation, deren Pracht vor allem den Fremden in Erstaunen versetzt, so daß er sich wirklich in Afrika fühlt, sobald er die schönen Palmengruppen erblickt, die so viele öffentliche Plätze schmücken…. Der mittlere, dem Hafen gegenüber gelegene Teil der modernen Stadt steht westlich und östlich durch eine ununterbrochene Reihe von Straßen und Häusern. Die mit dem Kollektivnamen des oberen Mustapha bezeichneten Anhöhen bilden den anmutigsten Teil von Alger. Sie bestehen aus Reihen von terrassenartig übereinander aufsteigenden grünen Hügeln, von denen man die reizendsten Aussichten genießt. Die maurische Herkunft, welche so viele Spuren in den meisten der zahlreichen Villen hinterlassen, offenbart sich in Algier selbst in einem viel größeren Maßstab und in der besseren Erhaltung, weil die alten arabischen in Algier gelegenen Gebäude beständige Wohnungen der verschiedensten Würdenträger oder reichen Besitzer waren.“
01.12.1877, P. de Tchihatchef
8. Tag: Algier
Unsere Stadtbesichtigung beginnen wir auf dem Place des Martyrs. Hier treffen sich die Antike, klassischer Islam und profane Neuzeit aufeinander Wenige Meter und wir schauen hinaus über den Schiffshafen. Treppen führen runter zu den Kais, Bahngeleisen und dem alten Fischmarkt. An der Ostseite des Platzes steht die „Neue“ Moschee, Djema el-Djedid, welche vom Volk auch als Fischer Moschee bekannt ist. Es ist ein Bau aus der Türkenzeit, aber auf dem Grundriß eines lateinischen Kreuzes mit einer 24 Meter hohen Kuppel. Das Minarett trägt eine Uhr wie ein christlicher Kirchturm. Der moderne Block der Handelskammer schiebt sich zwischen die „Neue“ und die „Große“ Moschee, Djema el-Kebir, gleichzeitig auch das älteste und ehrwürdigste Beethaus der Stadt. Erbaut im Jahre 1096, stammt sie aus der Zeit der Almoraviden. Das Minarett und die Fassade zur Straßenseite sind aber jüngeren Datums. Weitere sehenswerte Moscheen sind die von Ali Bitchnine und die Ketchaouna Moschee, beide in der Nähe des Platzes. Gleich dahinter erhebt sich wie ein abgebrochener Zuckerhut die weiße Kasbah von Alger Beginnen wir mit einem ersten Spaziergang durch dieses Viertel über eine der Hauptgassen. Abweichungen führen in enge und dunkle Sackgassen und vor verschlossene Türen, auf die noch nie ein Sonnenstrahl fiel. Über steile Treppen und hohe Stufen steigen wir wie durch Tunnels hindurch auf die Höhe. Mehrere Stockwerke hoch stehen sich die Häuser gegenüber. Plötzlich tut sich ein Blick auf. Unter uns liegt das blaue Meer Zurück in der Neustadt, bei der Hauptpost, wo auch die Ministerien, Gesandtschaften und Banken ihren Sitz haben, wartet der Fahrer auf uns für die Panoramafahrt durch die modernen Stadtviertel der algerischen Hauptstadt. Auf einer Anhöhe erhebt sich das Befreiungsdenkmal, ein aus hyperbolischen Rohbetonschalen zusammengebautes turmartiges Gebilde. Soldaten stehen da Wache beim ewigen Feuer. Einmalig ist der Blick auf Alger la Blanche von diesem ungewohnten Aussichtspunkt aus. Lohnend ist auch der Besuch der ehemaligen Wallfahrtskirche „Notre Dame d’Afrique“. Sie liegt 124 m hoch und der Ausblick zum Meer und über die Stadt lohnt sich. Im byzantinischen Stil wurde diese Kathedrale im 19. Jhd. Für die Weiße Väter von Kardinal Lavigerie geweiht.
09. Tag: Cherchell und Tipaza am Mittelmeer
Etwas über 40 km ist Cherchell von der algerischen Hauptstadt entfernt. Caesarea erlebte seine Blütezeit unter den mauretanischen Dynastien der Bocchus und Juba. Aus einem ehemaligen phönizischen Handels-Zentrum formte der romanisierte und hellenisierte Berber, Juba II., seine Residenz Stadt der Kultur und der Kunst, welche mit seiner zweiten Hauptstadt Volubilis wetteiferte. Heute bietet Cherchell einen friedlichen, farbenfrohen Mittelmeerhafen, der noch der Fischerei dient. Auf dem Dorfplatz setzen sich die Einwohner ohne sich groß zu fragen auf Kapitelle und Gesimse aus behauenem Marmor, die als öffentliche Bänke dienen. In der Mitte des mit Bäumen bepflanzten Platzes steht ein mit antiken Masken geschmückter Brunnen. An der einen Seite des Platzes befindet sich das Museum, bestehend aus einer Galerie, um einen viereckigen Hof gelegen. An den Mauern hängen Fragmente von Mosaiken. Zahlreiche, leider vielmals verstümmelte Statuen lenken die Aufmerksamkeit auf die Besucher. Entlang der Küstenstraße fahren wir weiter nach Tipasa, besichtigen aber zuvor das Grabmal der Christin, das als eines der seltsamsten Monumente Algeriens gilt. Der Scharfsinn der Archäologen wurde viele Jahre auf eine harte Probe gestellt. Heute weiß man aber, daß es sich um ein königliches mauretanisches Mausoleum handelt. Tipasa ist nicht eine weitere pedantische römische Stadt, welche die Phantasie nicht weiter anstrengt. Durch seine Lage um ein zerklüftetes Gebirge, zu Füssen des Berges Chenoua mit seinem reinen Profil und seinen wechselnden Farben und hoch über dem Wasser, schufen die Kaufleute und Siedler hier eine Perle am Mittelmeer. Die Natur, reich an Farben, mit mediterranen Düften umgibt die einst stolze Stadt. Alles ist an seinem ursprünglichen Platz und doch existiert nichts mehr. Gradlinige Straßen waren einst von Geschäften und Villen gesäumt Heute schlängelt man sich auf Pfaden, um von einem Stadtteil ins andere zu gelangen. Wenige der Säulen stehen noch. Schafe grasen in der Tiefe des Amphitheaters. Stufen, welche damals zu den Tempeln führten, verlieren sich in den Mimosen. Das kleine Theater verliert sich unter dem grün der Kiefern. Wo einst die Nekropolis, bedecken wilde Blumen den Boden der Sarkophage. Es entstand ein Friedhofgarten am Meer.
10. Tag: Rückreise mit Aigle Azur nach Basel/Mulhouse
Freizeit bis zum Transfer. Rückflug nach Europa.
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Telefonisch: + 41 76 270 3807
oder per E-Mail an info Nennen Sie uns Ihren Wunschtermin, Name der Teilnehmer und ob wir Ihnen bei der Buchung des Fluges behilflich sein sollen. Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung |
Download Reisebeschreibung: Algerien – Kulturgüter im Nordwesten




Helge Timmerberg